Lungenfunktions-Tests sind die traditionelle Methode für die Beurteilung des Ausmaßes einer Asthma-Erkrankung. Mithilfe der Spirometrie kann das tatsächliche Volumen der Luft gemessen werden, die ein Patient in der ersten Sekunde des Ausatmens von sich geben kann. Dieses Volumen wird mit typischen Ergebnissen von Personen verglichen, die nicht unter Atemwegserkrankungen leiden. Darüber hinaus wird der Peak Flow gemessen. Dieser zeigt, wie heftig und schnell ein Patient ausatmen kann.
Allerdings wird zunehmend deutlich, dass diese Tests nicht notwendigerweise den Grad der zugrunde liegenden Entzündung widerspiegeln – es existieren die unterschiedlichsten Gründe für eine ernsthafte Einschränkung der Fähigkeit auszuatmen, die nicht zwingend in Zusammenhang mit Asthma stehen müssen. Umgekehrt kann die Lungenfunktion durchaus normal erscheinen, selbst wenn die Entzündung, unter der ein Patient leidet, ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat.
Als weiterer Indikator, der häufig zur Einschätzung des Schweregrades einer Erkrankung Anwendung findet, dienen die Symptome. Doch auch hier scheint es so zu sein, dass das Urteil, das Patienten über ihren eigenen Gesundheitszustand abgeben, nicht unbedingt mit dem tatsächlichen Ausmaß ihrer Erkrankung übereinstimmen muss.
Exhalierte NO-Konzentrationen hingegen demonstrieren präzise das Ausmaß der damit verbundenen Entzündung. In einem Großteil der Studien über die relative Brauchbarkeit von Standard-Tests wird bestätigt, dass zwischen deren Ergebnissen und dem Gehalt an exhaliertem NO (und damit dem Grad der Entzündung) entweder nur eine unbedeutende oder keine Wechselwirkung besteht [Sippel 2000, Stirling 1998, Langley 2003, Piacentini 1999].
Während der Anteil an NO in ausgeatmeter Luft schnell auf Veränderungen reagiert, die auf das Einwirken von Allergenen auf den Körper zurückzuführen sind, spricht die Lungenfunktion – und somit auch der Test, mit dessen Hilfe diese gemessen wird – auf diese Veränderungen langsamer an [Piacnetini 1999, Baraldi 1999].
Aus diesem Grund könnte eine auf Symptom-Management beruhende Behandlungsstrategie die zugrunde liegende Entzündung möglicherweise nicht effektiv steuern. Dies gewinnt insbesondere dann an Bedeutung, wenn der Patient zusätzlich an einer allergischen Rhinitis leidet. Diese kann weitgehend asymptomatisch verlaufen und bietet daher keinerlei Möglichkeiten, Rückschlüsse auf das Ausmaß der Entzündungserkrankung zu ziehen.
Mithilfe von Messungen des exhalierten NO-Gehalts kann man
- die Diagnose von Asthma und entzündlichen Atemwegserkrankungen verbessern,
- die Reaktion des Patienten auf entzündungshemmende Behandlungen (im Regelfall mit Steroiden) vorhersagen und beurteilen,
- die Dosierung der entzündungshemmenden Medikamente optimieren,
- Kontrollverluste und mögliche Rückfälle vorhersagen,
- die Therapietreue des Patienten überwachen.
Weitere Informationen zur Nutzung von NO-Messresultaten in Kliniken können Sie im Abschnitt Medizinischer Fachbereich finden.